Ausstellung

Spot On. Toilettengeschichten

Toilettengeschichten
Die Toilette ist ein stilles Örtchen im eigentlichen Sinn, denn der Gang aufs WC ist ein Tabu. Das war nicht immer so, im 17. Jahrhundert erledigte Louis XIV sein Geschäft in Anwesenheit von Besuch. Wann und weshalb es still um die Toilette wurde, ist ebenso Thema der Ausstellung, wie die Geschichte der Alten Fabrik. Sie wurde 1917/1918 im Auftrag von Albert Emil Gebert erbaut und legte den Grundstein für den heute weltweit tätigen Konzern Geberit, der inzwischen in allen Bereichen der Sanitärtechnik vertreten ist. Somit sind wir an der Quelle, um über die Toilette, Abwassertechnik und das Verhältnis des Menschen zu seinen körperlichen Ausscheidungen nachzudenken. Die Toilette verweist weit über sich hinaus: Sie liegt in mancher Hinsicht an der Schnittstelle zwischen Innen und Aussen. Sie bringt das Innere des Menschen – seine Biologie und Psyche – in Kontakt mit dem ihm Äusseren, seiner Umgebung, der sichtbaren Architektur. Und die Toilette verbindet sich über ein unsichtbares Abwassersystem mit dem Untergrund. In ihr verzahnen sich Psychologie, Medizin, Soziologie, Architektur, Design und Technik. Wir gehen der Toilette anhand von ausgewähltem kulturhistorischem Material und vor allem Kunstwerken nach. Denn in der Kunst trägt das tabuisierte Thema besonders reife Früchte.